Der EllbogenschmerzZitat Hippokrates

"Tennisarm" - "Mousearm" - "Golferarm"

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Auf dieser Seite möchten wir Ihnen verschieden Ursachen für Schmerzen am Ellbogen erläutern. Sie erfahren etwas über die Anatomie und Funktionsweise des Ellbogens, die Ursachen für das Entstehen der häufigsten Ellbogen-Erkrankungen, die dabei auftretenden typischen Beschwerden und Funktionseinschränkungen, über sinnvolle und bewährte Therapieformen und wie Sie diesen  Beschwerden vorbeugen können.

Anatomie des Ellbogens

Das Ellbogengelenk besteht eigentlich aus drei Gelenken, da hier der Ellenknochen (Ulna), der Speichenknochen (Radius) und der Oberarmknochen (Humerus) jeweils miteinander eine gelenkige Verbindung eingehen. 

Während die Elle mit dem Oberarmknochen ein Scharniergelenk bildet und wie ein Haken das Ende des Humerus umfasst, sieht das Speichenköpfchen wie ein kleines Rad aus, dass sich im Gelenk mit der Elle dreht und die Umwendebewegung des Unterarms und Handgelenks ermöglicht. 

Damit diese Bewegungen reibungsfrei ablaufen können, sind die jeweiligen Enden der gelenkbildenden Knochen mit einer Knorpeloberfläche belegt. Das Gelenk ist von einer Gelenkkapsel umgeben, deren Innenhaut die Gelenkflüssigkeit, das "Schmieröl" der Gelenke, produziert.

Funktionsweise des Ellbogens:

Um die komplizierten Bewegungen des Unterarms und der Hand zu steuern,  ist das Ellbogengelenk von verschiedenen Muskelgruppen umgeben, die man grob in Beuge– und Streckmuskeln unterteilen kann. Diese Muskeln setzen alle in der Nähe des Ellbogens am Ende des Oberarmknochens außen und innen an verhältnismäßig kleinen Knochenvorsprüngen an.

Häufige Erkrankungen des Ellbogens:

"Tennisarm" - "Mousearm" - "Epicondylitis humeri radialis"

Diese häufigste Erkrankung des Ellbogens ist auf ein Ungleichgewicht der Beuge- und Streckmuskulatur zueinander zurückzuführen: Da die beugende Muskulatur in unserem Körper meistens stärker ist als die streckende, werden die Muskeln, die das Handgelenk strecken am Ehesten überlastet. Dies passiert z.B. beim Tennis („Rückhand“) wenn Spieltechnik, Schlägermaterial und Bespannung nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Durch die tausendfach wiederholten kleinen Überlastungen der Sehnenansätze am äußeren Gelenkknorren (Epicondylus radialis) kommt es zu einer chronischen Sehnenansatzentzündung (Epicondylitis), die so schmerzhaft sein kann, das selbst das Anheben einer Tasse oder das Drehen eines Schlüssels weh tut.  

Heutzutage kommt es übrigens häufiger als durch den Tennissport durch das Arbeiten mit der Computer-Maus zu dieser Erkrankung, so dass sich statt dem „Tennisarm“ inzwischen der Begriff „Mousearm“ durchsetzt.

"Golferarm" - "Werferarm" - "Epicondylitis humeri ulnaris"

Diese Erkrankung des Ellbogens entsteht meistens durch eine Überlastung der Handgelenks- Beugemuskulatur, die am inneren Gelenkknorren des Oberarms (Epicondylus ulnaris) ansetzt. Dies geschieht beispielsweise beim Golfsport, aber auch bei Wurfbewegungen und z.B. Arbeiten mit Schaufeln. Auch hier spielt die Art und Weise, wie und wie oft die Bewegung ausgeführt wird, eine große Rolle, also z.B. die Schlag- und Wurftechnik sowie das Material der Sport- und Arbeitsgeräte.  

Therapie:

Da diese Sehnenansatzstörungen einerseits dazu neigen, chronisch zu werden, andererseits Patienten aufgrund des wechselhaften Verlaufs mit zwischendurch auch schmerzfreien Phasen häufig erst spät ärztlichen Rat einholen, sind hartnäckige Verläufe auch unter optimaler Therapie an der Tagesordnung.

Daher hat sich eine Stufentherapie bewährt, welche beginnt mit:

  • Vermeidung der schmerzauslösenden Belastungen

  • Tapeverbänden zur Bewegungsbegrenzung

  • Kinesiotape zur Verbesserung der Muskelfunktion

  • Bandagen zur Entlastung der Muskulatur

  • Elektro- und Ultraschalltherapie zur Beruhigung des gereizten Gewebes

  • entzündungshemmenden Salben und Medikamente.

Anhaltende Schmerzen werden häufig behandelt mit:

  • Injektionen mit Cortisonhaltigen Lösungen 

  • Injektionen mit homöopathischen Komplexpräparaten

  • Krankengymnastik zur Wiederherstellung der Muskel-Balance

  • Stäbchenmassagen.

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)

Bei hartnäckigen Beschwerden sind erfolgversprechend

Läßt sich trotz Ausschöpfung aller dieser Behandlungs-
möglichkeiten keine Beschwerdefreiheit erzielen, führt ein operativer Eingriff schließlich fast immer zu Erfolg.

Vorbeugung:

Damit es gar nicht erst soweit kommt, empfiehlt es sich, bei sportlichen und beruflichen Belastungen rechtzeitig mögliche Schädigungsursachen zu vermeiden. Hier sind besonders wichtig

  • Korrekte Spiel- und Sporttechniken, besonders bei Golf, Tennis und Wurfsportarten

  • an Kraft und Spieltechnik des Sportlers angepasstes Sportgerät (Schläger, Bespannung)

  • dem Trainingszustand des Sportlers angemessener Körpereinsatz

  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung (s. auch Download in der Rubrik "Service")

  • Einsatz von entlastenden Hilfsmitteln am Arbeitsplatz (Gel-Mousepad, Trackball)

Und schließlich lässt sich durch rechtzeitiges Aufsuchen des Orthopäden häufig ein unnötig langer Behandlungsverlauf vermeiden. Dieser wird durch seine diagnostischen Möglichkeiten auch andere, seltenere Ursachen eines Ellbogenschmerzes (z.B. Nervenengpass-Syndrome, Arthrose, Rheuma, Probleme der Halswirbelsäule) ausschließen.

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