Der vordere KnieschmerzZitat Hippokrates

... meistens eine Frage der Funktion

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Auf dieser Seite möchten wir Ihnen den vorderen Knieschmerz erläutern. Sie erfahren etwas über die Funktionsweise des Knies, die Ursachen für das Entstehen von vorderen Knieschmerzen, die dabei auftretenden typischen Beschwerden und Funktionseinschränkungen, sowie über die Therapie und der Vorbeugung dieser Beschwerden.

Funktionsweise des Knies

Das Kniegelenk funktioniert stark vereinfacht wie ein Türscharnier. Es lässt sich beugen bis die Ferse das Gesäß berührt und strecken bis das Bein gerade ist. Für die Beugung ist die hintere Oberschenkelmuskulatur zuständig. Der Bizeps-Muskel zieht vom Gesäß aus V-förmig zum Unterschenkel. Wenn dieser zweiteilige Muskel angespannt hervortritt, sieht man wie er die Kniekehle innen und außen begrenzt. Der Muskelapparat, der das Knie streckt, ist mächtiger und kräftiger als die Beugemuskulatur. Er besteht aus vier Muskelanteilen an der Oberschenkelvorderseite, die sich zur Befestigung am Unterschenkel in einer Sehne vereinigen. Er heißt daher Quadrizeps, der Vierköpfige. In die Sehne des Quadrizeps ist ein Knochen, die Kniescheibe, eingebaut. Die Kniescheibe gleitet in einer V-förmigen Fuge des Oberschenkelknochens. Sowohl dieses Gleitlager als auch die Kniescheibenrückfläche sind mit einer gleitfähigen Knorpeloberfläche beschichtet. Die Gelenkflüssigkeit erleichtert diesen Gleitvorgang. Um das Knie zu strecken, verkürzt sich der Quadrizepsmuskel und zieht damit die Kniescheibe nach oben. Wird das Knie gebeugt, entspannt sich dieser Muskel wieder und die Kniescheibe rutscht an der Knievorderseite leicht nach unten.

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Ursachen:

Ist dieser recht kompliziert ablaufende Streckvorgang gestört, kann es zu Schmerzen an der Rückseite der Kniescheibe kommen. Ein hoher Anpressdruck der Kniescheibe bei Belastung kann hierzu beitragen, wie z.B. das Abfedern einer tiefen Kniebeuge. Aber auch die Summe vieler kleiner Überlastungen (z.B. Treppensteigen) kann den Streckapparat überfordern. Langfristig kann es sogar zum Abrieb und Verlust des Knorpelbelages also einer Arthrose kommen.

Typische Beschwerden und Einschränkungen:

Ist die Kniescheibenrückfläche erst einmal gereizt, schmerzt es typischerweise schon beim Treppabgehen und beim längeren Sitzen mit gebeugten Knien. Manchmal führt dieser Schmerz auch zum Aufwachen in der Nacht mit dem Wunsch das Knie zu bewegen.

Therapie:

Das Knie beruhigt sich in der Regel langsam wieder, wenn man es vorübergehend weniger stark belastet. In der akuten Schmerzphase kommen zu Einsatz:

  • Tapeverbände zur Bewegungsbegrenzung

  • Bandagen zur besseren Führung der Kniescheibe

  • Elektrotherapie zur Beruhigung des gereizten Gewebes

  • entzündungshemmende Salben und Medikamente

  • Akupunktur und Schröpfbehandlung zur Schmerzbehandlung und bei Schwellungen

  • Kinesiotape zur Verbesserung der Muskelfunktion

  • Reizlindernde Hausmittel

    Eine einfache Möglichkeit einer schmerzlindernden Kältebehandlung gelingt mit der Quarkpackung. Ein Pfund Quark auf ein quadratisches Tuch von etwa 30 cm Seitenlänge (gr. Waschlappen) stürzen. Die Tuchenden hochnehmen und mit einem Band (Schnürsenkel) einen Beutel binden. Mit diesem Quarkbeutel wiederholt etwa 10 Minuten kühlen (Den "Beutel" zwischendurch in den Kühlschrank legen. Richten sie sich bei der Anwendung nach ihrem Wohlbefinden.

Bei hartnäckigen Beschwerden und bereits nachweisbaren Knorpelschäden stehen als Knorpelschutztherapie zur Verfügung:

  • Hyaluronsäure-Spritzen zur Verbesserung der Gleitfähigkeit, Härtung der Knorpeloberfläche und Schutz vor weiterem Abrieb

  • die „Knorpelbausteine“ Glucosamin, Chondroitin und Kollagen als Nahrungsergänzung verbessern die Knorpelqualität

  • die Orthokin®-Therapie (aus dem eigenen Blut gewonnene und vermehrte Interleukin-1 Rezeptor Antagonist als Kniespritze) hemmt das Fortschreiten des Knorpelverlustes im Gelenk und damit die Arthrose

Knorpelschutztherapie mit Orthokin

 Demo-Film 

Vorbeugung:

Gelenke wollen bewegt werden! Da der Knorpel keine eigene Blutversorgung besitzt, erhält er seine Versorgung dadurch, das er bei Bewegung leicht massiert wird. Dabei transportiert die eindringende Gelenkflüssigkeit Ernährungsstoffe in den Knorpel hinein, während sie die im Knorpelstoffwechsel anfallenden Schlackestoffe "auf dem Rückweg" wieder hinausspült. Diese so genannte "Wechseldruckbelastung" (z.B. lockeres Radfahren, Nordic Walking, Aquajogging) ist besonders wichtig, wenn der Gelenkknorpel bereits geschädigt ist.  Ist der Anpressdruck der Kniescheibe dabei jedoch zu hoch (z.B. tiefe Kniebeugen, Radfahren im hohen Gang, Knien und Hocken) wird dieser Stoffaustausch behindert

Entsprechend des Schädigungsgrades vermindert sich aber die Gelenkbelastbarkeit. Lassen Sie sich also am Besten vom Motto: „viel Bewegung - wenig Belastung“ leiten. Und hören sie auf Ihr Gelenk. Es meldet sich schon wenn es ihm zu viel wird.

Sind die Beschwerden gelindert, empfiehlt sich ein vorbeugendes Training der Kniestreckmuskulatur mit Kräftigung, Koordinationsverbesserung und Dehnung. Ein Kräftigungstraining mit einfachen Mitteln zu hause lässt sich sehr gut mit Thera-Bändern durchführen. Die Koordination bessert sich durch Übung. Je komplexer die Bewegungen und Belastungen desto besser. Ein gutes Hilfsmittel für das Training nebenbei ist ein Wackelbrett oder Therapiekreisel. Beim täglichen Zähneputzen hierauf zu stehen bzw. zu balancieren kostet keine zusätzliche Zeit und wird durch die Verbindung mit einer alltäglichen Beschäftigung zur Routine. 

Auch die zur Behandlung eingesetzten Kinesiotape-Klebebänder und Kniebandagen können gut schon vorbeugend eingesetzt werden.

Schließlich wirken sich auch die Bein- und Fußstatik auf den Gleitweg der Kniescheibe aus, so dass häufig Einlagen zur Korrektur des Gang- und Standbildes sinnvoll sind.

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