OsteoporoseZitat Hippokrates

Wissenwertes zu einer Volkskrankheit

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Auf dieser Seite möchten wir Ihnen die Krankheit Osteoporose vorstellen. Sie erfahren, was man unter Osteoporose versteht, welche Bedeutung sie für unsere Gesellschaft hat. Es wird erläutert,  wie Osteoporose entsteht, diagnostiziert werden kann, wie sie verläuft und wie man sie behandelt. Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre.

Was versteht man unter Osteoporose?Osteoporose = Verlust von Knochenmasse und Mikroarchitektur

Osteoporose (aus dem griechischen "osteon"=Knochen, "poros"=Loch) ist eine Störung des Knochenstoffwechsels, bei der Knochenmasse verloren geht und die Mikroarchitektur des Knochens zerstört wird.

Epidemiologie:

Die Osteoporose ist eine Volkskrankheit. Laut Rangliste der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist die Osteoporose eine der zehn wichtigsten Erkrankungen unserer Zeit.  In Deutschland erkrankt sind ca. 6 Millionen Menschen, 40% aller Frauen über 50 Jahre sind betroffen und 30-40% von ihnen erleiden im Laufe ihres Lebens Wirbelbrüche. Durch die zunehmende Lebenserwartung und damit Veränderung der Altersstruktur der Bundesrepublik sind immer mehr Menschen von dieser Krankheit betroffen.

Ursachen:

Häufigste Ursache der Osteoporose ist das Absinken des Östrogenspiegels der Frau in den Wechseljahren, da diese Hormon maßgeblich das Gleichgewicht von Knochen-Ab- und Aufbau steuert. Aber auch andere Ursachen kommen in Betracht wie z.B.

  • Langjährige Cortison-Behandlung

  • Diabetes Typ I

  • Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose)

  • Nebenschilddrüsen-Überfunktion (Hyperparathyreoidismus)

  • Darmerkrankungen (Malabsorption)

  • Essstörungen (Bulimie / Magersucht)

  • Alkohol / Nikotin

  • Medikamente (Epilepsie)

Risikoabschätzung bei Osteoporose:

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die den Verdacht des Vorliegens einer Osteoporose nahe legen und zu weiterer Diagnostik wie einer Osteodensitometrie Anlass geben sollten. Es sind z.B.:

  • Auftreten von Osteoporose in der Familie

  • Früher Eintritt der Wechseljahre (Menopause)

  • Hormonelle Erkrankungen

  • Untergewicht (Body-Mass-Index unter 20)

  • Kalzium- und Vitamin-D-Mangel

  • Knochenbrüche ohne angemessene Gewalteinwirkung

  • Bewegungsmangel

Grundsätzlich gilt die Empfehlung, dass sich jede Frau nach Eintritt der Menopause einer Knochendichtemessung unterziehen sollte, um eine Früherkennung der Erkrankung zu gewährleisten und rechtzeitig eine angemessene Therapie einleiten zu können.

Was ist Osteodensitometrie?

Unter Osteodensitometrie versteht man die Messung der Knochendichte.

Es gibt verschiedenen Methoden der Messung, von denen die Dual Röntgen Absorptiometrie (DXA) wissenschaftlich am besten untersucht ist. Aus diesem Grunde wird sie in den Osteoporose-Leitlinien des Dachverbandes Osteologie (DVO) als "Goldstandard" empfohlen.

Wie funktioniert die Messung der Knochendichte?

Die Osteodensitometrie dient zur Beurteilung zur Knochendichte. Sie ist eine Methode zur Feststellung der Osteoporose bzw. der beginnenden Osteoporose.

Die Grundlage der Dual-Strahlen-Absorptiometrie-Methoden ist das unterschiedliche Absorptionsverhalten von Knochen, Muskel, Wasser und Fett bei verschieden energetischen Strahlungen. Die DXL verwendet hierzu eine niedrige Röntgenstrahlung.  Zusätzlich wird durch den Einsatz moderner Lasertechnologie der Messfehler, der durch das Fettgewebe der Fersenweichteile entsteht beseitigt, so dass eine Messgenauigkeit von 98% entsteht.

Daraus ergibt sich die Möglichkeit, nicht nur das Vorhandensein einer Osteoporose festzustellen, sondern auch den Erfolg einer Osteoporose-Therapie präzise zu überwachen.

Verlauf der Erkrankung und Folgen:

Das Tückische an der Osteoporose ist, dass sie erst mit spürbaren Symptomen einhergeht, wenn sie soweit fortgeschritten ist, dass es zu Knochenbrüchen kommt. Die Grundkrankheit verursacht keine Schmerzen. Nur durch eine Messung der Knochendichte (Osteodensitometrie) kann sie diagnostiziert und in ihrem Schweregrad eingestuft werden. Man unterscheidet:

  • Osteoporose I°, auch als Osteopenie bezeichnet: Der Verlust an Knochenmasse liegt nur knapp unter der Norm

  • Osteoporose II°: Die Knochenmasse hat einen kritischen Wert in der Dichtemessung unterschritten.

  • Osteoporose III°, auch als "manifeste Osteoporose" bezeichnet: Es ist bereits zu Knochenbrüchen gekommen.

Entstehung eines Wirbelbruchs Knochenbrüche, die durch Röntgenuntersuchung diagnostiziert werden,  betreffen überwiegend die Wirbelkörper und den Oberschenkelhals und treten ohne adäquates Trauma auf (leichter Stoß, harmloser Sturz). Aber auch andere Knochen wie Oberarm, Handgelenk und Rippen können bei geringer Krafteinwirkung brechen.

Durch Wirbelbrüche kommt es nicht nur zu Schmerzen, sondern auch zu einer Veränderung der Körpergröße und Körperhaltung, dem so genannten "Witwenbuckel".

Oberschenkelhalsfrakturen müssen grundsätzlich operiert werden. In Deutschland ist dies ca. 130.000 mal pro Jahr notwendig und verursacht statistisch 2,5 Millionen Krankenhaustage.

Behandlung der Osteoporose:

Ist mittels Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) eine Osteoporose diagnostiziert worden, richtet sich die Behandlung nach dem jeweiligen Grad.

Dem behandelnden Orthopäden stehen neben Empfehlungen zur allgemeinen Lebensführung (Ernährung, Bewegung, Selbsthilfegruppen) eine Reihe von medikamentösen Therapieoptionen zur Verfügung wie z.B.

  • Kalzium- und Vitamin-D-Präparaten und weitere Nahrungsergänzungsmittel

  • Vitamin-D-Metaboliten

  • Bisphosphonate

  • Selektive Östrogen-Rezeptor-Antagonisten (SERMS)

  • Parathormon-Metabolite

  • Strontiumranelat

  • Kalzitonin

  • Fluoride

Welche dieser und weiterer verfügbarer Behandlungsverfahren im Einzelfall wirtschaftlich, zweckmäßig, ausreichend und notwendig sind, entscheidet der Orthopäde anhand der individuellen Untersuchungsergebnisse.

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