Der SchulterschmerzZitat Hippokrates

Beweglichkeit auf Kosten der Stabilität

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Auf dieser Seite möchten wir Ihnen verschieden Ursachen für Schmerzen der Schulter erläutern. Sie erfahren etwas über die Anatomie und Funktionsweise der Schulter, die Ursachen für das Entstehen der häufigsten Schulter-Erkrankungen, die dabei auftretenden typischen Beschwerden und Funktionseinschränkungen sowie über sinnvolle und bewährte Therapieformen.

Das Schultergelenk ist das Gelenk des menschlichen Körpers mit dem größten Bewegungsumfang. Dies wird jedoch mit einer geringeren Stabilität erkauft, d.h. der Gelenkkopf des Oberarms ist eigentlich viel zu groß für die Gelenkpfanne und muss durch Kapsel, Gelenklippe und Bänder sowie noch wichtiger durch einen komplexen Muskelmantel, die so genannte Rotatorenmanschette, stabilisiert werden. Das macht das Schultergelenk jedoch auch empfindlicher für Verletzungen. 

Anatomie des Schulter

Das Schultergelenk besteht eigentlich aus drei Gelenken:

  • Der Kopf des Oberarmknochens (Humerus) bildet mit der zum Schulterblatt (Scapula) gehörenden Schultergelenkspfanne (Glenoid) das Hauptgelenk. Damit die Bewegungen reibungsfrei ablaufen können, sind die Enden der gelenkbildenden Knochen mit einer Knorpeloberfläche belegt. Das Gelenk ist von einer Gelenkkapsel umgeben, deren Innenhaut die Gelenkflüssigkeit, das "Schmieröl" der Gelenke, produziert.

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  • Der Oberarmkopf bildet mit dem so genannten Schulterdach, dass aus der Schulterhöhe (Acromion), dem Rabenschnabelfortsatz (Coracoid) und einem dazwischen gespannten Band besteht, ein weiteres Gelenk, dessen Beweglichkeit allerdings nicht von Knorpel und Gelenkflüssigkeit sondern durch dazwischen liegende Sehnen und Schleimbeutel gewährleistet wird.

  • Schließlich besitzt das Schlüsselbein (Clavicula) eine gelenkige Verbindung zur Schulterhöhe, das Schulter-Eckgelenk (Acromioclaviculargelenk).

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Zu den wichtigsten Strukturen des Schultergelenks gehört die Rotatorenmanschette. Das sind die Sehnen von 3 großen Muskeln, die die Schulter dynamisch stabilisieren und den Kopf im Gelenk zentrieren.

Die passive mechanische Stabilisierung erfolgt durch Bänder, die als Verstärkung die Gelenkkapsel durchziehen. Besonders wichtig ist die vordere Gelenklippe (Labrum), dass ein Herausrutschen der Schulter nach vorn verhindert. Am ihrem oberen Ende ist die lange Bizepssehne verankert.

Häufige Erkrankungen der Schulter:

"Impingementsyndrom" - "Kalkschulter" - "Rotatorenmanschettenruptur" 

Aufgrund der Tatsache, dass unsere Schulter noch die Anatomie des Vierbeiners aufweist, von uns Zweibeinern aber in völlig anderen Positionen (z.B. "Überkopftätigkeiten") benutzt wird, entsteht eine funktionelle Engstelle unter dem Schulterdach. Die Sehnen der Rotatorenmanschette und die als Gleitschicht fungierenden Schleimbeutel sind dort ständiger Reibung ausgesetzt. Hierdurch kommt es bei vielen Patienten zu Symptomen, die man als Impingementsyndrom (Einklemmungssyndrom) bezeichnet. Dieses kann sich äußern als

  • "akute Schulter":  es kommt zu plötzlichen massiven Schmerzen beim Bewegen der Schulter und später sogar in Ruhepositionen. Ursache ist häufig eine heftige Schleimbeutelentzündung (Bursitis).

  • "Kalkschulter (Tendinitis calcarea)":  hierbei antwortet das Gewebe auf die Belastung mit einer Veränderung des Stoffwechsels und Einlagerung von Kalk am Sehnen-Muskelübergang. Manche Menschen besitzen hierzu eine besondere Veranlagung.

  • "Rissbildung (Ruptur) der Rotatorenmanschette":  aufgrund der Engpass-Situation entstehen nach und nach zunächst oberflächliche Faserrisse in der Sehnenstruktur. Im weiteren Verlauf kommt es zusätzlich zu Erweichungen im Inneren der Sehnen, so dass am Ende auch ein geringfügiges Unfallereignis schon zu einem kompletten Abriss oder Einriss der Rotatorenmanschette führen kann.

"Schultersteife - Frozen Shoulder"

Bestehen Schulterschmerzen über einen längeren Zeitraum, vermeidet man automatisch schmerzauslösende Bewegungen. Da sich die Gelenkkapsel dem verminderten Bewegungsumfang anpasst, beginnt sie zu schrumpfen. Es entsteht ein Teufelskreis, der eine erhebliche Verminderung der Gebrauchsfähigkeit der Schulter zur Folge haben kann.

Ein Sonderfall ist die so genannte "Frozen Shoulder", bei der dieser Prozess sehr schnell abläuft und im Inneren des Gelenkes Verklebungen entstehen, die das Gelenk zum "Einfrieren" bringen. Die Ursachen sind nicht sicher geklärt, aber auch hier wird eine Veranlagung beobachtet.

"Schulterluxation"

Aufgrund ihrer relativ lockeren Bandführung ist das Schultergelenk besonders gefährdet, in Überdehnungspositionen auszukugeln (zu luxieren). Häufig ereignet sich dies bei Sportunfällen (Snowboarding, Handball), kommt aber auch spontan vor, wenn die Gelenkführung aufgrund angeborener Fehlform oder Gewebeschwäche zu locker ist (Habituelle Schulterluxation). Da jede Luxation Gewebeschäden hinterlässt, kommt es häufig zu Wiederholungsereignissen, bei denen die Schulter immer mehr an Stabilität verliert.

Therapie:

Bei akuten Schulterschmerzen steht die schnelle Schmerzlinderung im Vordergrund. Häufig werden eingesetzt:

  • Eisbehandlung

  • Injektionen mit kortisonhaltigen Lösungen oder homöopathischen Komplexpräparaten

  • Bandagen zu Ruhigstellung

  • Schmerzlindernde und entzündungshemmende Salben und Medikamente.

Anhaltende Schmerzen werden häufig behandelt mit:

  • Krankengymnastik zur Stabilisierung und Verbesserung der Beweglichkeit

  • Kinesiotape zur Verbesserung der Muskelfunktion

  • Elektro- und Ultraschalltherapie zur Beruhigung des gereizten Gewebes

Bei hartnäckigen Beschwerden sind erfolgversprechend:

Lässt sich trotz Ausschöpfung aller dieser Behandlungsmöglichkeiten keine Beschwerdefreiheit erzielen, führt ein minimal-invasiver operativer Eingriff (Arthroskopie) schließlich fast immer zu Erfolg.

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)

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