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Auf dieser Seite können Sie sich einen Überblick über die Möglichkeiten der osteopathischen Behandlung in unserer Praxis verschaffen. Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema wird die Geschichte der Osteopathie und die Ausbildung zum Osteopathen dargestellt. Im Anschluss informieren wir Sie über die Grundprinzipien der Osteopathie, ihre Teilbereiche (Strukturelle Osteopathie, viszerale Osteopathie und kraniosakrale Osteopathie) sowie die verschiedenen Behandlungstechniken. Abschließend erhalten Sie Informationen zu den Kosten. Beschreibung Osteopathie ist eine Sammlung von manuellen Verfahren zur Diagnostik und Therapie, die auf den von A.T. Still formulierten Grundprinzipien (s.u.) basieren. In der Osteopathie wird die Selbstheilungskapazität des Organismus durch Verfahren der Manuellen Medizin unterstützt und angeregt. Dabei werden überwiegend sog. „weiche Techniken" angewandt. Impulstechniken, ähnlich denen der Chirotherapie, finden sich ebenfalls in der Osteopathie, haben sich aber zu einer eigenständigen Methode entwickelt. Durch Osteopathie erreichen wir eine Einflussnahme auf den gesamten Organismus durch Wiederherstellung der körpereigenen Homöostase und des Gleichgewichts der Gewebe und Organsysteme. Geschichte der Osteopathie Die Osteopathische Medizin wurde in den 70er-Jahren des neunzehnten Jahrhunderts von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still entwickelt. Er stand damals unter dem Eindruck des amerikanischen Bürgerkrieges und dem Tod 3 seiner 4 Kinder, die an einer Meningitis-Epidemie verstarben. Diese Situation bewegte ihn nach alternativen Verfahren zur damaligen Schulmedizin zu suchen. Er entwickelte ein diagnostisches und therapeutisches System, das er "Osteopathie" nannte und das manualtherapeutische Verfahren verwandte. Grundgedanke war, die krankheitsassoziierte "Dysfunktion" aufzuspüren und zu beseitigen. Dadurch würde dem Körper die Fähigkeit zur Selbstregulation wiedergegeben, was die Krankheit zum Verschwinden bringen würde. In diesem System ist der Bewegungsapparat der integrierende Faktor, so dass die Behandlung des gesamten Körpers über die Behandlung des Bewegungsapparates erfolgt. Sehr bald stellte sich das Verfahren als äußerst erfolgreich dar, so dass neben einer steigenden Anzahl von Patienten auch Interessenten an Dr. Still herantraten, die die Osteopathische Medizin erlernen wollten. Um 1885 wurde in Kirksville, Missouri, das erste Unterrichtsgebäude in Betrieb genommen, aus dem sich 1892 das erste College, die „American School of Osteopathy", entwickelte. Heute existieren 20 Colleges für osteopathische Medizin in den USA. Mit den Jahren wurde auf der grundlegenden Philosophie Stills eine Reihe von anderen osteopathischen Techniken entwickelt, die mit Namen wie W. G. Sutherland (Cranio-Sacral-Therapie), Jones (Strain-Counterstrain) usw. verbunden sind. Ausbildung zum Osteopathen Der Ausbildungsgang zum Osteopathen in den USA ist ein vollwertiges Medizinstudium, das mit dem Erwerb des Grades des "Doctor of Osteopathy (D.O.) abschließt. Die Absolventen des Studiums sind Ärzte, denen sämtliche Fachrichtungen offen stehen. Ein Teil bildet sich osteopathisch weiter, um Facharzt für "Neuromusculosceletal Medicine" zu werden. In Deutschland führt die DAAO seit 1998 Kurse für Ärzte durch die an das Curriculum des Philadelphia College of Osteopathic Medicine (PCOM) angelehnt sind, die Kurse werden von Fakultätsmitgliedern des PCOM geleitet. Mit dem Diplom in Osteopathischer Medizin der DAAO wird ein Ausbildungsgrad bescheinigt, der den Qualitätsanforderungen der AOA (American Osteopathic Association) für einen "Doctor of Osteopathy" entspricht. Grundprinzipien der Osteopathie
Grundprinzipien für die Behandlung eines Patienten
Teilbereiche der Osteopathie Osteopathie sieht den Mensch als Einheit. Diese Einheit wird aus verschiedenen Perspektiven diagnostiziert und therapiert. Sie besteht im Wesentlichen aus 3 Bereichen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Jedem Bereich sind bestimmte Teile des Organismus zugeordnet. Strukturelle Osteopathie (Osteopathie der Stütz- und Bewegungsapparates) Ziel hier ist die Verbesserung oder Beseitigung von artikulären, muskulären und myofaszialen Dysfunktionen, die oft in Verkettungen im Körper vorkommen. Nach einer umfangreichen Untersuchung, werden einzelne Techniken oder Kombinationen von Techniken, z.B. Counterstrain, Muskel-Energie, Myofasziale Auflockerung, Facilitated Positional Release oder Still-Techniken angewendet, um den Körper in sein Gleichgewicht zu bringen. Viszerale Osteopathie Ziel ist hier die Verbesserung von Motilität und Mobilität der inneren Organe, die primär durch Traumata oder sekundär nach einen unzureichenden Kompensationsversuch des Körpers dysfunktionell geworden sind. Viszerale Techniken werden angewandt, um diese Beeinträchtigungen aufzulösen. Über Verbindungswege zwischen inneren Organen und Bewegungsapparat (viszero-somatische Reflexwege) können auch Erkrankungen des Bewegungsapparates beeinflusst werden. Kraniosakrale Osteopathie Ziel hier ist eine Normalisierung des kraniosakralen Systems, das eines der wichtigen Regulationssystems im Körper ist. Eine eingeschränkte Motilität des Zentralnervensystems spielt bei vielen Schmerzsyndromen eine große Rolle. Nach einer präzisen Untersuchung des Schädels und Sakrums wird, durch Anwendung kraniosakraler Techniken, der kraniosakrale Rhythmus (cranial rhythmic impulse, CRI) verstärkt und verbessert. Dies führt zu einer Besserung des gesamten Organismus. Osteopathische Techniken Strain-Counterstrain-Techniken Durch Aufsuchen spezifischer Tenderpoints, die in Bezug zu segmentalen Funktionsstörungen stehen, Einnehmen einer genau definierten Position und Halten dieser Position für 90 Sekunden mit anschließender passiver Rückführung in die Neutralstellung, wird über neuromuskuläre Reflexwege (Beeinflussung der Gamma-Motoneurone und der intrafusalen Muskelfasern) eine Lockerung der Muskulatur, Verlängerung verkürzter Muskeln und Lösung von Wirbeldysfunktionen erzielt. Ab 1955 von Lawrence H. Jones entwickelt. Muscle Energy-Technik Direkte oder indirekte Weichteiltechnik, wobei die Muskelkraft des Therapeuten und/oder die des Patienten verwandt wird, um mittels direktem Muskelzug, postisometrischer Relaxation oder antagonistischer Hemmung den therapeutischen Effekt zu erzielen. In den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts von Fred. L. Mitchell, Sr. entwickelt. Myofascial Release-Techniken Indirekte oder direkte Weichteiltechnik zur Behandlung der bindegewebigen Hüllstrukturen der Muskeln und des interstitiellen Bindegewebes, die als dreidimensionales Netzwerk sämtliche Regionen des Körpers bis in den Interzellularraum durchsetzen und verbinden. Über neuromuskuläre Reflexschleifen und Trophikverbesserung des Gewebes kommt es zu einem Release, Spannungsausgleich (Balancierung) und zur Beseitigung von Dysfunktionen. Viszerale Techniken Über manuelle Beeinflussung der inneren Organe und ihrer Aufhängestrukturen werden sowohl direkte Organeffekte gesetzt, als auch insbesondere viscero-somatische Reflexwege ausgenutzt, um auf segmentaler Ebene am Bewegungsapparat therapeutische Wirkung zu erzielen. Kraniosakrale Techniken Die manuelle Beeinflussung der Beweglichkeit und des Zusammenspiels von einzelnen Schädelknochen, bindegewebiger Septen im Kranium und des Kreuzbeines hat therapeutische Effekte vor allem auf neuromuskuläre Störungen (z. B. bei Kindern mit Entwicklungsverzögerung), chronische Kopfschmerzen, Kiefergelenksdysfunktionen, chronische Wirbelsäulenbeschwerden usw.. William Garner Sutherland, ein Schüler Stills, gilt als Vater dieser Methode. HVLA - Techniken Hierbei handelt es sich um Manipulation einzelner Wirbelsegmente, verwandt mit der bekannten Chirotherapie, jedoch mit einem anderen Ansatz. Die Richtung des Impulses geht überwiegend in die sogenannte „gesperrte Richtung". Ligamentous Articular Strain - Techniken Durch Einstellen einer exakt definierten Position eines Extremitätengelenkes oder Muskels und Halten dieser Position unter axialem/longitudinalem Druck bis zur vollkommenen Entspannung des umgebenen Gewebes wird die Gelenkfunktion verbessert, das Bewegungsausmaß vergrößert, die Gewebstrophik positiv beeinflusst und die schmerzhafte Muskelverspannung gelöst. Facilitated Positional Release - Technik Das dysfunktionelle Segment oder Gelenk wird dreidimensional in die Position der größten Gewebsentspannung gebracht und dort gehalten. Durch Kompression oder Traktion wird zusätzlich eine Facilitation erzielt. Nach 5 bis 15 Sekunden kann ein Release getastet werden. Still-Technik Ausgehend von der Position der größten Gewebsentspannung (indirekte P.) wird das dysfunktionale Segment oder Gelenk unter axialem Druck wiederholt in die restriktive Richtung geführt. Dabei wird bei jedem Durchgang ein größeres Bewegungsausmaß erzielt, bis die Dysfunktion beseitigt ist. Von A.T. Still entwickelte, jüngst „wiederentdeckte" Technik. Functional-Technik Von W.L. Johnston entwickelt. Indirekte Technik, bei der ein dysfunktionelles Segment in allen Raumebenen (Flexion/Extension, Rotation, Seitneigung, Translation) in die Richtung geführt wird, in der eine zunehmende Auflockerung des segmental abhängigen Gewebes palpiert wird. Unterstützt wird die Auflockerung durch die Atmung des Patienten. Abrechnungsverfahren für privatversicherte Patienten und Beihilfe-Empfänger: Die Osteopathiebehandlung setzt sich aus verschiedenen Befragungs-, Untersuchungs- und Behandlungskomponenten zusammen, die von Sitzung zu Sitzung stark variieren können. Die hierfür in Rechnung gestellten Leistungsziffern sind entweder Bestandteil der Ärztlichen Gebührenordnung GOÄ, bzw. werden analog abgerechnet. Sie stellen daher grundsätzlich erstattungsfähige Leistungen dar. Es wird Ihnen also in üblicher Weise eine Rechnung auf der Grundlage der GOÄ zugehen, die Sie beim Kostenträger einreichen können. Osteopathie als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für "Kassenpatienten": Da die Leistungen der Osteopathie nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten sind, können diese von gesetzlich krankenversicherten Patienten lediglich als IGeL-Leistung in Anspruch genommen werden. Für Sie gelten die gleichen Grundsätze wie im privatärztlichen Bereich. (Preisübersicht) Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Internet-Seite der Deutsch-Amerikanischen Osteopathie-Gesellschaft (DAAO) [Seitenanfang] [Ausbildung] [Geschichte] [Grundprinzipien] [Teilbereiche] [Techniken] [Privatbehandlung] [IGeL] |
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